Schwarz/Weiß-Filme selbst entwickeln ist gar nicht schwer!

Schwarz/Weiß-Filme selbst entwickeln

 

Viele meiner Bilder sind selbst entwickelt.

 

Das funktioniert sehr einfach. Zeitlich investiere ich für einen Film ca. 1 Stunde, dann hängt er entwickelt an der Wäscheklammer und trocknet. An das Selbst-Entwickeln habe ich mich erst nach langem Zögern ran getraut.

 

Immer wieder hörte und las ich, es sei nicht sehr schwierig selbst zu entwickeln. Ich hatte im Vorfeld schon ein paar Berichte aus dem Netz gesucht in denen beschrieben ist, wie es funktioniert. Spürsinn hat eine sehr gute Zusammenfassung zum Entwickeln von Schwarz/Weiß Filmen für Anfänger. Unter diesem Link findet Ihr den Beitrag.

 

rechts oben zieht sich ein Kratzer durchs Bild - gefällt mir aber trotzdem...
rechts oben zieht sich ein Kratzer durchs Bild - gefällt mir aber trotzdem...

 

 

 

 

 

Ich kaufte mir also bei Spürsinn einen Wechselsack und den Kodak D-76 - Schwarzweiß-Entwickler - für 3,8 Liter Arbeitslösung als Pulver. Auch bei Spürsinn gab es denn Fixierer und auch die Entwicklerdose. Kanister für den Entwickler und die Reste hatte ich zuhause. Ich habe die günstigen Agfa APX 100 Schwarz/Weiß Filme vom Drogeriemarkt im Einsatz. Dieser ist sehr günstig zu bekommen. „Der APX 100 ist als sehr guter und preisgünstiger Film seit vielen Jahren bei Fotografen begehrt.“ Der Film wurde im Wechselsack (also in absoluter Dunkelheit)auf die Entwicklerspule gedreht. Hier passiert es mir immer wieder, dass der Film beim Einfädeln und Aufwickeln klemmt. Wer das das Erste mal machen möchte, sollte mit nicht belichteten Filmen bei Licht üben. Ich habe es trotz hartnäckigen Klemmwehrversuchen meiner Filme immer wieder geschafft ihn noch auf die Spule zu bekommen. Manches meiner Negative hat durch eine sogenannte „grobe Lösung“ einen Kratzer bekommen. Das macht das Bild jedoch zum Unikat.

 

    

Bei dem Gefummel im warmen Wechselsack wurde es mir dann teilweise sehr heiß und ich schwitzte – besonders an den Händen – was das ganze Procedere nicht gerade einfacher machte. Einmal vergaß ich die Schere – zum zu- und abschneiden des Films. Auch hier nahm ich dann mutig meine Hände aus dem Wechselsack und holte mir eine Schere. Ganz vorsichtig – damit auch kein Licht auf den Film fällt – nahm ich dann die Schere bei den Armsäumen (heißen die so?) mit in den Wechselsack. Es hat geklappt, die Bilder kamen schön und belichtet auf die Leine.

 

Was lernen wir daraus? Vorher alles in den Wechselsack packen! Nachdem der Film endlich auf der Spule ist (alles wird im Wechselsack gemacht, also nur mit Fühlen im Dunkeln möglich) kommt er in die Entwicklerdose. Wenn diese verschlossen ist besteht auch keine Gefahr mehr für den Film und die nächsten Schritte sind bei Licht machbar.

 

Entwickler zügig in die Dose schütten und entwickeln lassen. Ich lass den Entwickler 13 Minuten und 30 Sekunden in der Dose (werde jedoch die nächsten male mit der zeit variieren um zu sehen, ob ich bessere Kontrastwerte ins Negativ bekomme - vielleicht etwas länger im Entwicklertank lassen?). Der Entwickler sollte eine Temperatur von ca. 20° Celsius haben. Ich habe den Wert immer so ungefähr erreicht. Während des Entwicklungsprozesses sollte die Entwicklerdose regelmäßig geschwenkt werden (ca. 1-mal pro Minute). Hier gibt es im Netz gefühlte 3.7 Millionen Seiten, die eine bestimmte Technik vorschreiben. Bei mir reicht´s mit einmal pro Minute. Ich war auch schon mal nachlässiger und der Film kam voll entwickelt aus der Dose…

 

So ein altes Schmuckstück aus der guten alten Zeit, darf doch nur mit alter Fototechnik verewigt werden.
So ein altes Schmuckstück aus der guten alten Zeit, darf doch nur mit alter Fototechnik verewigt werden.

Danach den Entwickler in den „Altentwicklerkanister“ und den Film kurz mit Leitungswasser spülen. Ich fülle dazu zwei bis dreimal meine Entwicklerdose mit Wasser. Dann kommt der Fixierer in die Dose. Nach einer kurzen Zeit mit „Anfangs-Schwenkung“ steht bei mir steht das Ganze dann für ca. 7 Minuten. Danach den Fixierer wieder in die Flasche (Kann mehrmals benutzt werden).

 

Der Film kommt zum Schluss in eine Schüssel mit Wasser. Dabei werden die letzten Reste des Fixierers ausgespült (bei mir ca. 10 – 20 Minuten). Der Film wird dann aufgehängt zum trockenen. Es gibt dafür extra Klammern, ich nehme eine Wäscheklammer.

 

Voila fertig!

 

Ein fertig belichteter Negativstreifen gibt mir immer wieder ein gutes Gefühl.
Ein fertig belichteter Negativstreifen gibt mir immer wieder ein gutes Gefühl.

 

Ich bin immer wieder überrascht, erfreut und glücklich, wenn ich den Film kurz aus dem Wasser ziehe und ein schönes Schwarz/Weiß Negativ vor mir habe. Für das Ganze brauche ich ungefähr 1 Stunde. Das war doch nicht schwer, oder? Ich kann jeden der daran einen Gedanken verschenkt nur dazu ermuntern auch selbst zu entwickeln, es ist echt spannend und ein total tolles Gefühl seinen ersten Film in den Händen zu haben.

 

Was passiert danach mit dem Film?

 

Wie gehe ich weiter vor und wie kommt das Ganze ins Web?

Das ist eine andere Geschichte und wird ein andermal erzählt.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Netty (Samstag, 13 Juli 2013 11:06)

    Das klingt wirklich spannend, aber sind die Chemikalien,die man dafür braucht, nicht sehr teuer ?
    VG Netty

  • #2

    Jürgen (Sonntag, 14 Juli 2013 01:14)

    Ich glaube, ich habe keine hundert euros investiert.
    Bei spürsinn.de gibt es ein starterset.
    Viele Grüße Jürgen

  • #3

    Claude (Sonntag, 15 März 2015 20:39)

    Hi , haste schon mal in Caffenol entwickelt? Hier mal ne Seite zur Anregung http://caffenol.blogspot.de/ (etwas runterscrollen da gibt´s das Cafe-Rezept)
    Gruß Claude