Eine Rückschau auf 2025? - Nein - einfach etwas Zeit verschwendet!

 

Wir schreiben den 03.01.2026 und das neue Jahr liegt vor mir, wie eines meines Notizbücher, wenn sie neu sind.

 

Das Datum steht drin und ich habe extra schön geschrieben, denn gerade am Anfang soll es doch schön sein.

Meistens wird dann schon bei der zweiten Seite geschmiert...

 

 

Ja,

so ein neues Jahr ist schon was tolles,

man kann sich etwas vornehmen,

etwas wünschen,

etwas Neues aus sich machen,

neue Hoffnungen aufflammen lassen

oder sich einfach nur wünschen,

es möge gut werden.

 

Ich mag den Gedanken, dass dieses Jahr dir wieder alle Möglichkeiten gibt,

etwas anders zu machen,

neues zu erleben,

glücklich zu werden,

oder einfach wie letztes Jahr zu werden.

 

"Hey", wann ist denn der beste Zeitpunkt um sich das kommende Jahr vorzustellen.

Und "Hey", ihr könnt alles mit diesem Jahr machen,

alles was ihr euch in den kühnsten Träumen nicht vorgestellt habt.

 

Ihr könnt Luftschlösser bauen und wenn es nicht klappt, macht es auch nix. 

Aber meistens klappt irgendetwas, was man sich so dachte, dann doch.

 

 

 

"Nee, stimmt nicht!" schallt es mir nun entgegen...

Irgendjemand ist bestimmt dieser Meinung, und auch das ist für mich ok.

 

Aber ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen...

wir haben da so eine Tradition,

wir vergraben immer unsere Wünsche und unsere guten Vorsätze an Silvester im Wald

und graben diese dann nach ein bis zwei Jahren wieder aus

und ich muss euch sagen,

nicht alles was ich mir da so jährlich vorgenommen habe hat geklappt,

aber ein kleiner Teil hat doch geklappt.

 

Und das ist doch schon mal was?

 

Oder etwa nicht?

 

Neues Jahr - Lichtmalerei für das Jahr 2025

 

Es ist bald 24:00 Uhr und der nächste Tag beginnt.

 

Ich wusste grad nicht wirklich etwas mit mir anzufangen, also habe ich mir gedacht:

"Leg einfach eine Platte auf und mach was mit deiner Internetseite"

 

Zum Beispiel weiter am 365-Tage Projekt...

 

Der Brunnenbach - mit der Pentax 17 auf Kodak Ultramax 400

     

Wow, klingt das cool, ich lege eine Platte auf und mach was... . 

 

Und wem habe ich es zu verdanken?

 

Meinem großen Sohn.

Der stand nämlich um Weihnachten vor mir:

"Du Papa, können wir den Plattenspieler vom Dachboden holen?

Ich möchte mir ein paar Platten kaufen und die dann ganz entspannt hören."

 

Wie geil ist das denn?

 

Klar, geht das.

Wir bauten im Wohnzimmer um und prompt fanden wir noch Platz für den alten Plattenspieler.

 

Und dann habe ich einige alte Platten vom Dachboden geholt.

 

Und...

wir gingen einkaufen.

 

Neue Platten kaufen.

 

 

Das war mal wieder ziemlich cool.

Wann wart ihr das letzte Mal in einer Plattenabteilung und habt die ausgestellten Regale nach Platten durchstöbert?

Das war war echt ... unglaublich... seit dem letzten Jahrtausend habe ich das nicht mehr gemacht.

 

Nun gut, ein paar der guten Stücke landeten also in meinem Wohnzimmer.

Ich habe extra nix altes (was ich kenne) , sondern Platten, die ich noch nicht gehört hatte gekauft.

 

Und nun warteten die Platten darauf in Ruhe gehört zu werden.

 

Wir hatten Besuch zwischen den Jahren, das ist immer wieder unglaublich schön, aber auch wild.

Da findet sich keine Zeit, eine Platte aufzulegen und diese entspannt zu hören.

 

Abendstimmung

 

Ich wollte die gekauften Prachtstücke in Ruhe hören und versuchte auch nicht auf irgendwelchen Streaming-Diensten rein zu hören. Das gelang bis jetzt ganz gut. Und heute Abend ist endlich der erste Abend, an dem es funktioniert.

 

Ich sitze auf der Couch, das erste Album läuft und ich schreibe gleichzeitig diesen Text...

 

Ach mein Gott, wie schön!

 

Legt euch nicht mit diesen beiden an - Stormtrooper mit Teddy

 

Wer sich fragt, was der Kerle denn nun hört.

Einmal "The Cosmic Game" von Thievery Corporation, das Debut-Album von den Black Pumas und "Sterben in Karl-Marx-Stadt" von Kraftklub.

Einen sehr schönen Text zu diesem Album gibt es hier.

 

Und ich muss euch sagen, es ist echt schön, mal wieder so eine Platte aufzulegen.

Denn dann läuft keine gemixte Playlist, die man zwischendurch skippt.

Nein es ist irgendwie anders und sehr sehr geil...

 

Wie früher... 

Naja so alte Säcke, wie ich, sind manchmal halt schon a bisserl sentimental...

 

abstrakte Wasserlichter

 

Und zum Schluss noch die  letzten Worte des Songs "Zeit aus dem Fenster" von Kraftklub mit Deichkind...

...eh eine geile Kombi...

 

"Ah

Ja, Moll, das,

manchmal klingt Moll auch wie Dur und andersrum, ne?

 

Ist immer, wie man's sieht, ne?

Die eine Seite scheint, die andre wird beschien'n

Nächsten Tag stehst du auf, hast Riesenpläne, aber alles für'n Arsch

Dann gehst du um die Ecke und dann liegt da auf einma' alles voll mit Gold und Diamanten und mit dem Partner fürs Leben

Und dann geht er fremd und dann ist es doch 'n anderer Partner

 

es ist nie so, wie es ist...

 

Nichts ist so stetig wie der Wandel

Deswegen: Verschwendet so viel Zeit, wie ihr könnt...

 

Yeah, Gänsehaut

Heh, hehehehehehe, hehe, hey, ey!

 

Ist nicht das Ende

Nirwana ist nicht,

Alter,

ihr werdet sowieso wiedergebor'n, Alter"

 

Also los gehts:

Verschwendet eure Zeit!

 

 

Und nun zur eigentlichen Frage:

Wie lief das Jahr?

 

Nun gut, eigentlich ganz OK. 

 

Und was habe ich mir vorgenommen?

 

Ich will mehr Zeit verschwenden.

Ihr seid herzlich eingeladen mitzumachen.

 

Egal, was ihr euch vorgenommen habt, ich wünsche euch ein wundervolles Jahr, voller schöner Momente und Zuversicht.

 




 

 


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Kommentare: 8
  • #1

    Conny (Montag, 05 Januar 2026 17:35)

    Lieber Jürgen,

    dann viel Spaß beim Plattenhören, das sicher keine Zeitverschwendung ist. Ich habe meine Plattensammlung vor 9 Jahren gehen lassen, weil ich in meinem jetzigen Heim einfach keinen Platz dafür habe, nicht mal zur schonenden Lagerung. Aber ich erinnere mich noch an damals, als ich in Plattenläden stand und durch die Cover geblättert habe. Das war schön und ich kannte meine Platten vom ersten bis zum letzten Song. Heute bin ich ein Stücke-Hörer, kenne oft nicht mal das Cover, aber wirklich stören tut mich das nicht. Zeiten ändern sich und der Musik-Konsum ist bequem geworden. Musik hat aber auch nicht mehr den Stellenwert in meinem Leben, den sie früher hatte.
    Dir viel Spaß!

    Liebe Grüße

    Conny

  • #2

    Dirk Trampedach (Montag, 05 Januar 2026 20:32)

    Hi Jürgen,

    abgesehen von dem coolen Anregungen zu einem neuen Jahr, und allem Drumherum, hat mich die Geschichte mit deinem Sohn, den LP´ s und Dir richtig gefreut. Mit mir findest Du jemanden, der zu dem Thema offene Sinne hat.
    Mein Plattenspieler hat mich nie verlassen, und meine Platten schon gar nicht.

    "Vinyl ist Gefühl".

    Mein Ritual seit zig Jahren ist, samstags oder sonntags zum Frühstück 1-2 LP´s zu hören. Während der Kaffee durchläuft, wähle ich die Stimmen des Tages aus, lasse die schwarzen Scheiben aus dem Cover gleiten, lege sie auf, schön sanft mit der Carbonbürste drüber, und wenn die Kaffeemaschine endlich leiser wird, lasse ich den Arm sanft hinab auf die Platte, die das mit einem Hauch von Tschsch.... quittiert. Was dann folgt, ist schwer zu beschreiben, aber ich vermute stark, es ähnelt dem, was dein Sohn und Du auch wieder neu für Euch entdeckt habt.

    Meinen Glückwunsch dazu, und ein perfektes Ankommen in der analogen Wirklichkeit ;-))

  • #3

    Sabine Lommatzsch (Dienstag, 06 Januar 2026 14:03)

    Moin Jürgen,
    cool, Schallplatten! Thievery Corporation habe ich ewig nicht gehört ... Viel Freude mit dem Plattenspieler! Meiner ist leider vor ein paar Jahren kaputt gegangen. Ersatzteile zu kaufen hat zwar im ersten Anlauf geklappt, dann ging aber wieder etwas anderes kaputt. Meine Platten stehen daher derzeit im Keller. Trennen mag ich mich noch nicht von ihnen (bei meinen zig hundert selbstgemixten Musikkassetten fiel mir das etwas leichter).
    Anderes Thema: Fotografierst du 2026 auch wieder "one pic a day" oder verschwendest du deine Zeit lieber auf andere Weise?
    So oder so, alles Gute für 2026! :-)
    Viele Grüße aus Kiel
    Sabine

  • #4

    Jürgen (Dienstag, 06 Januar 2026 14:32)

    Liebe Sabine,
    wie es mit dem 365-Tage-Projekt weitergeht, weiß ich leider noch nicht. Derzeit fotografiere ich noch einfach weiter. Mein Durchhaltevermögen ist nicht so gut wie deines.

    Lieber Dirk, warum wundert mich das nicht, dass du am Wochenende ein bis zwei Platten auflegst? Und ja, du hast recht, was dann passiert ist magisch.

    Liebe Conny,
    ja Musik ist ist ein grossartiges Ding, denn es drückt die Emotionen.
    Ich habe in den 90ern einige Platten verkauft und ich trauere denen immer noch hinterher.


    Ich wünsche euch allen ein wunderschönes 2026
    Herzliche Grüße

  • #5

    Werner (Freitag, 09 Januar 2026 14:44)

    Hallo Jürgen,
    ich wünsche dir auch ein wunderbares neues Jahr! Vielleicht hat es ja hier und da auch etwas Glitter im Gepäck in ... besonders in tristen Zeiten.
    Ja, die Platten sind wieder da. Oder wie es heute modern heißt: Das Vinyl :-) - Viel Freude beim Hören! (Black Pumas... bärenstarkes Album!)
    Und was das Verschwenden angeht: Da bin ich dabei. Habe dazu auch einen Song (https://www.youtube.com/watch?v=V_m7UPGvfnE) Max Prosa, nicht jedermanns Sache. Aber wir sind ja nicht Jedermann.
    Alles Liebe für dich!
    Werner

  • #6

    Edeline (Donnerstag, 15 Januar 2026 08:00)

    Hallo Jürgen,
    all das wünsche ich Dir auch!
    Ich bin auch nicht mehr die Generation Plattenspieler, aber finde sowas auch cool und bin immer wieder davon fasziniert wenn ich irgendwo bin bei jemandem der einen besitzt und frag dann auch ob er was auflegen kann. Cool dass dein Sohn das auch noch so wertschätzt. LG Edeline

  • #7

    Marc Wayne Schechtel (Dienstag, 27 Januar 2026 13:05)

    Hallo Jürgen,

    dein Text zum Jahresbeginn hat mich wirklich zum Schmunzeln gebracht und gleichzeitig sehr berührt. Diese ehrliche Art, ein neues Jahr nicht mit dem üblichen Optimierungswahn, sondern mit dem Vorsatz „Zeit zu verschwenden“, anzugehen, ist herrlich erfrischend.

    Die Geschichte mit deinem Sohn und dem Plattenspieler ist einfach großartig – es gibt kaum etwas Entspannteres, als sich bewusst Zeit für ein ganzes Album zu nehmen, ohne zu skippen. Dein Zitat von Kraftklub passt da wie die Faust aufs Auge: Manchmal ist das bewusste „Zeitverschwenden“ genau das, was uns die schönsten Momente und die nötige Gelassenheit schenkt.

    Ein großes Kompliment für diesen wunderbar sentimentalen und doch motivierenden Beitrag. Ich nehme mir deine Einladung zu Herzen und werde 2026 sicher auch die ein oder andere Stunde ganz bewusst „verschwenden“.

    Auf ein wundervolles Jahr voller Lichtmalerei und guter Musik!

    Mit lieben Grüßen
    Marc

  • #8

    Biggi (Freitag, 06 März 2026 21:02)

    Einfach nur "schön"